Es gibt nun robuste Langzeit-Beobachtungsstudien zu mRNA-Impfstoffen, die im Folgenden kurz dargestellt sind. Quellen sind angegeben, damit die Originalstudie bei Interesse durchgesehen werden kann.
1. mRNA-Impfstoffe sind sicher und schützen vor Sterblichkeit
Geimpfte profitieren von einem deutlich geringeren Risiko, an einer schweren SARS-CoV-2-Infektion zu versterben:
- 74 Prozent geringeres Risiko, an schwerem COVID-19 zu sterben (gewichtete Hazard Ratio: 0,26; 95%-KI: 0,22–0,30)
- 25 Prozent niedrigeres Risiko für die Gesamtsterblichkeit (wHR: 0,75; 95%-KI: 0,75–0,76)
Das Fazit der Autoren:
- Die Impfung scheint langfristig mit einem Überlebensvorteil verbunden zu sein, was für die hohe Sicherheit der mRNA-Impfstoffe spricht. Sie sind weltweit millionenfach verimpft worden, schwere Sicherheitsmängel wären mittlerweile aufgetaucht.
- mRNA-COVID-19-Impfstoffe erhöhen auch nach vier Jahren Beobachtung die Gesamtsterblichkeit bei Erwachsenen unter 60 Jahren nicht. Ein weiterer Beleg der Sicherheit.
Originalpublikation: Semenzato L et al., COVID-19 mRNA Vaccination and 4-Year All-Cause Mortality Among Adults Aged 18 to 59 Years in France. JAMA Netw Open 2025; 8(12): e2546822. doi:10.1001/jamanetworkopen.2025.46822
2. Unterschiedliche Antikörper-Antworten durch mRNA-Booster von BioNTech und Moderna
Das Tübinger Forscherteam fand heraus, dass die Gesamtzahl der Antikörper erheblich gesteigert wurde. Für den BioNTech-Booster zeigen die Untersuchungen, dass die Zahl der IgG2- und IgG4-Antikörper stärker stiegen als bei einem Impf-Booster mit dem Moderna mRNA-Vakzin.
Ob es einen Vorteil für die höhere IgG2- und IgG4-Antikörperzahl gibt, ist noch unklar. IgG4 kann IgE hemmen und wird deshalb gegen einige Autoimmunerkrankungen als Biologikum eingesetzt. (https://flexikon.doccheck.com/de/Immunglobulin_G4) Das kann sich positiv und negativ auf den Langzeitschutz gegen Covid-19 auswirken. An dieser Stelle steht also noch einiges an Forschungsarbeit an.
Originalpublikation: Alex S. Siebner, Johanna Griesbaum, Kelsey E. Huus, Judith Flügge, Kristina Hopfensperger, Tanja Michel, Nicole Schneiderhan-Marra, Daniel Sauter, Peter G. Kremsner, Ruth E. Ley, Alex Dulovic, Meral Esen, Class switch toward IgG2 and IgG4 is more pronounced in BNT162b2 compared to mRNA-1273 COVID-19 vaccinees, International Journal of Infectious Diseases, Volume 159, 2025, 107990, ISSN 1201-9712, https://doi.org/10.1016/j.ijid.2025.107990.
3. mRNA-Impfstoffe boostern Krebstherapien und Patient:innen leben länger
Die Autoren stellten einen unerwarteten Zusatznutzen der mRNA-Impfstoffe fest. Sowohl bei Tumoren, die mit Checkpoint-Inhibitoren behandelt wurden, als auch bei sog. „immunologisch kalten“ Tumoren. Voraussetzung war, dass die Impfung innerhalb der ersten 100 Tage während der Therapie stattfand. Das Ergebnis war eine erhebliche Verbesserung der Gesamtüberlebensrate. Festgestellt wurden die Ergebnisse für das nicht kleinzellige Lungencarcinom und das metastasierte Melanom.
Originalpublikation: Grippin, A.J., Marconi, C., Copling, S. et al. SARS-CoV-2 mRNA vaccines sensitize tumours to immune checkpoint blockade. Nature (2025)