Am 4. Februar ist Weltkrebstag. So wie jedes Jahr. Viel wurde erreicht, die Forschung brachte Antikörpertherapien und Antikörperkonjugattherapien hervor, die ergänzend zu Chemotherapien, Bestrahlung oder alternativ eingesetzt werden. Aber sie sprechen nicht bei allen Menschen an und es gibt auch noch nicht für alle Tumorarten diese Therapien. Wir warten nun auf die sog. Impfungen gegen Krebs auf mRNA-Basis.
Zum Weltkrebstag hat das RKI die aktuellen Zahlen zu „Krebs in Deutschland“ veröffentlicht: https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/13202/EB-5-2026_10-25646-13686.pdf?sequence=1&isAllowed=y
Sowohl die Inzidenz als auch die Mortalität liegt bei Frauen in Deutschland höher als im EU-Durchschnitt. Ist mangelnde Vorsorge das Problem oder der Lifestyle deutscher Frauen? Wir sollten unseren Lifestyle auf jeden Fall hinterfragen:
- Alkohol ist verantwortlich für viele Tumorarten und auch für Brustkrebs. Alkohol wird aber immer noch unterschätzt. Er ist im Supermarkt käuflich und vergleichsweise billig. Moderater Alkoholkonsum wird auch von Ärztinnen und Ärzten gerne als „normal“ und „nicht schlimm“ tituliert. Es gibt aber gar keine unbedenkliche Alkoholmenge.
- Rauchen bedarf eigenlich keiner Erwähnung, versteht sich von selbst. Nicht nur Lungenkrebs ist eine Folge, es kann auch Darmkrebs sein. Aber unter dem Radar ist immer noch das Passivrauchen. Die nicht-kleinzelligen Lungenkrebsformen steigen stark an, das betrifft auch Nichtraucher. Sie mussten jahrzehntelang passiv in Restaurants, Kneipen, Clubs und Arbeitsstätten mitrauchen. Der Staat hat sie nicht geschützt.
- Adipositas, besonders vizerales Fett, ist ebenfalls einer der Hauptgründe für einige Krebsformen, wie Brust- und Darmkrebs. Viszerales Fett entsteht u. a. durch Alkohol- und Zuckerkonsum.
- Sonnenbaden bedarf eigentlich auch keiner Erwähnung was Hautkrebs angeht. Das schwarze Melanom ist – trotz Antikörpertherapie-Möglichkeiten – immer noch für viele Betroffene ein Todesurteil.
Aufklärung gibt es genug, es kann keiner sagen, er wüsste nicht, was er falsch macht. Wo bleiben aber die lenkenden Maßnahmen der Politik, wenn Aufklärung alleine nicht reicht? Keiner hat Nicht-Raucher bis Ende der Nullerjahre geschützt. Es gibt in einigen Bundesländern sogar immer noch Raucherkneipen, es hat also nicht komplett gegriffen. Wo bleibt eine höhere Alkoholsteuer und das Verbot Alkohol in Supermärkten zu kaufen? Wo bleibt eine Zuckersteuer? Es funktioniert in anderen Ländern, warum tut man sich gerade in Deutschland so schwer? Krebs wartet nicht, wir sollten es ebenfalls nicht und lenkende Maßnahmen ergreifen. Und 40 % aller Krebserkrankungen wären vermeidbar: https://pharma-fakten.de/news/weltweit-vermeidbar-40-prozent-aller-krebsfaelle/
Und jetzt eine Empfehlung für alle, die erfahren, dass jemand im Umfeld an einem Tumor erkrankt ist. Was sagt man besser nicht: https://web.de/magazine/gesundheit/saetze-gegenueber-krebskranken-sparen-41841536
Interessante Links:
https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4914818#vp_1
https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtraucherschutzgesetze_in_Deutschland
